Mehr als Tränen

Wenn von Männern und Gefühlen die Rede ist, landet man schnell beim Bild des weinenden Mannes, der endlich mal loslässt. Das greift zu kurz.

Mit seinen Gefühlen verbunden zu sein heisst nicht, ständig ergriffen zu sein oder bei jeder Gelegenheit in Tränen auszubrechen. Es heisst schlicht, vielfältiger zu fühlen, ohne schwierige Gefühle zu verdrängen oder sich ihnen ausgeliefert zu fühlen.

Es heisst, Schönheit in mehr Dingen zu erkennen, in dir selbst und in anderen Menschen, unabhängig vom Alter oder von klassischen Idealen; über dich selbst zu lachen, wenn du dich bei etwas ertappst; dir etwas zu verzeihen, anstatt tagelang darauf herumzukauen; die Melancholie an einem grauen Nachmittag nicht wegzuschieben, sondern da sein zu lassen; den Moment wahrzunehmen, in dem dir etwas gelingt – und ihn auch wirklich zu bemerken.

Gefühle sind kein Ventil, das hin und wieder geöffnet werden muss. Sie sind Sinnesorgane – sie sagen dir, was dir wichtig ist, wo du stehst, was stimmt und was nicht. Wer sie dämpft, dämpft nicht nur das Unangenehme. Er dämpft alles. Das Leben wird dann nicht einfacher, sondern flacher.

Es geht also nicht nur darum, weicher zu werden. Es geht vor allem darum, wieder in einem grösseren Spektrum zu leben – und aus dieser Verbindung heraus unabhängiger zu handeln, präsenter zu sein und tiefere Beziehungen zu führen.

Ich bin überzeugt: Kaum etwas trägt so sehr zu einem erfüllten Leben bei wie tragende Beziehungen. Wer den Kontakt zu sich selbst verliert, leidet genauso darunter wie sein Umfeld. Wer seine Gefühle nicht wahrnimmt, kann sie auch nicht teilen. Wer reaktiv ist, verletzt, wo er eigentlich Nähe sucht. Die Arbeit an dir selbst ist darum keine Selbstbezogenheit – sie ist die Voraussetzung für tiefe Verbindung.

Zu der Begleitung gehört das, was im Alltag oft fehlt: Zeit. Es geht nicht darum, möglichst schnell eine Lösung zu finden oder Stille mit einfachen Antworten zu überbrücken. Oft liegt das Wesentliche genau dort, wo es einen Moment dauert.

Ein gemütliches Wohnzimmer mit Holzboden, braunen und beigen Möbeln, einem runden beige Teppich, Wandbildern, einer Stehlampe, Bücherregal, grüner Pflanze und einer Wandnische mit Dekor. Helle, weiße Wände mit abgerundeten Decken.

Selbstverantwortung

Was keinen Ausdruck findet, verschwindet nicht. Es zeigt sich als innere Unruhe, Gereiztheit, Erschöpfung – als das Gefühl der Leere oder als das Gefühl, sich selbst und anderen fremd geworden zu sein. Oft suchen wir die Ursache dann im Aussen: bei der Partnerin oder dem Partner, bei Vorgesetzten, bei den Umständen. Das ist verständlich, aber es macht uns abhängig von Dingen, die wir nicht ändern können.

Hier liegt der Kern meiner Arbeit: bei der Selbstverantwortung. Damit meine ich nicht Schuld – sondern die Entscheidung, das, was dir begegnet, als Einladung zu verstehen: zu wachsen und dich unabhängiger zu machen von dem, worüber du keine Kontrolle hast. Wer aufhört, im Aussen nach Schuldigen zu suchen, gewinnt etwas Entscheidendes zurück: Handlungsfähigkeit – und damit das eigene Leben.

Selbstverantwortung bedeutet nicht, dass alles deine Schuld ist oder dass du alles allein schaffen musst. Sie bedeutet, den Blick dorthin zu wenden, wo du tatsächlich etwas bewegen kannst – zu dir selbst.

Keine Therapie

Dieses Angebot ist keine Therapie und kein klassisches Coaching. Was ich biete, ist ein Raum, in dem du dir ohne Maske und ohne Bewertung selbst begegnen kannst. Ein präsentes Gegenüber, das empathisch zuhört, nachfragt und dir Platz lässt, deine eigenen Antworten zu finden.